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Scheuer kommt!

Verkehrsminister Scheuer beantwortet Fragen der Bürgerintiativen zur Brennerplanung am 21. Januar in Rosenheim - Sternenmarsch und Kundgebung mit Traktoren

Scheuer kommt! Sternmarsch und Kundgebung

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Freunde und Unterstützer,

dass für die geplanten neuen Bahntrassen im Landkreis Rosenheim kein Bedarf besteht und deswegen deren Bau eine immense Steuergeldverschwendung wäre, hat selbst die bayerische Politik endlich begriffen: Es stellt sich zudem heraus, dass das eigentliche (an sich wünschenswerte) Ziel Straßengüterverkehr auf die Schiene zu verlagern nicht realisiert werden kann. (Sehen Sie im Anhang die Stellungnahme des renomierten Verkehrsplanungsbüros Vieregg und Rössler).

In der Zwischenzeit haben sich in fast allen Städten und Gemeinden im Landkreis Rosenheim Bürgerintiative (BI) gegründet oft in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Bürgermeister und Gemeinderäte. Die BIs haben sich in der Bürgerintiative Brennerdialog Rosenheimer Land e.V.vernetzt (Sehen Sie hierzu die Webseite https://brennerdialog.de/).

DENN ES HANDELT SICH UM EINE BEDROHUNG UNSERER HEIMAT VON DER DIE GANZE REGION UND DER GANZE LANDKREIS BETROFFEN SIND, UNABHÄNGIG DAVON OB EINE DER TRASSENVARIANTEN DURCH DIE EIGENE GEMEINDE VORGESEHEN IST ODER NICHT.

 Trinkwasserversorgungen, Naturschutzgebiete, Denkmäler ganz zu schweigen von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen, Betriebe, Privateigentum und die Attraktivität der Region für den Fremdenverkehr werden beim Bau der Trassen ohne Rücksicht vernichtet. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass auch Berlin begreift, dass sie unsere Heimat nicht ohne Not oder Sinn zerstören dürfen. Wenn Bundesminister Scheuer am 21. Januar nach Rosenheim kommt, wollen wir zeigen, dass die ganze Region gegen die Planung ist.

Machen Sie bitte deswegen beim Sternenmarsch am 21. Januar mit. Wir nehmen die Route Ost und versammeln uns vor dem Rathaus in Stephanskirchen (siehe Flyer). Auch die angemeldeten Traktoren werden dort aufgestellt. Wir brauchen außerdem noch Ordner, die begleitend mitmarschieren (und natürlich auch generell möglichst viele Teilnehmer).

Teilt bitte teilnehmende Fahrzeuge und evtl. Personen als Ordner sowie Bedarf an Flyer wenn möglich bis Montag, 14 . Januar mit per E-Mail an Josef Lechner: lechner.jf@t-online.de bzw. oder gerne auch telefonisch an 0176 61055474.

Herzliche Grüße,

Josef Lechner - Vorstand Schutzgemeinschaft Hofstätter- und Rinser See
Manuel Rohde - Bürgerinitiative Brennerdialog Prutting

Wer wir sind und wofür wir uns einsetzen

Traunsteins KnabenkrautDie Schutzgemeinschaft Hofstätter- und Rinser See (kurz: SHR) ist eine Bürgerinitiative zu der drei Gemeinden und mehrere hundert Mitglieder gehören. Ziel der Initiative ist der Erhalt der kommunalen Trinkwasserversorgung im Bereich der Rosenheimer Moorseen und der Schutz einer europaweit einmaligen Naturlandschaft, eine Moor- und Seenfurche, die sich im Westen vom Inn bei St.-Leonhardspfunzen und im Nordosten über das Zillhamer Moos bei Amerang bis Kirchseeon erstreckt und sich seit Tausenden von Jahren im ökologischen Gleichgewicht befindet. Zu der Furche gehören der Hofstätter und der Rinser See mit den umliegenden Moore und Feuchtgebieten, insbesondere das Burger Moos und Stucksdorfer Moos, wie auch die zahlreichen, natürlichen Innhangquellen, die Innauen und die Innleitenwälder. Das Gebiet ist die Heimat einer unvergleichlichen Artenvielfalt von schützenswerten, teilweise vom Aussterben bedrohten bzw. andernorts bereits ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Besonders schöne Exemplare sind z. B. die Sumpfweichwurz oder das Traunsteiner Knabenkraut, zwei seltene Orchideenarten.

Wie unser Naturjuwel so einmalig werden konnte

Frühe Versuche, das Burger Moos zum Torfabbau zu nutzen und begehbar zu machen, scheiterten an der besonderen Lage und den hydrogeologischen Verhältnissen. Der Geländeabschnitt ist wie ein Kessel gestaltet, aus dem das Wasser nicht mit einfachen Mitteln, beispielsweise durch Gräben, abzuleiten ist. Die beiden Seen werden zudem von einer Vielzahl von Grundwasseraufstößen gespeist, der Grund warum sie auch in heißen, niederschlagsarmen Sommern (wie z. B. 2003) nicht „umkippen“ und der Wasserspiegel im Mittel gleich hoch bleibt.

Eine Übersicht über die Grundwasserströme in den Hofstätter See und den Austausch ins Grundwasser finden Sie hier .

Die Vorzüge des Gebietes für Flora und Fauna am Beispiel der Zwerglibelle

ZwerglibelleDer stabile Wasserspiegel hat auch zur Ansiedlung von mittlerweile ganz seltenen, akut vom Aussterben bedrohten Libellenpopulationen im Burger Moos, wie beispielsweise die Zwerglibelle, geführt. Die Zwerglibelle ist auf Schlenken, flache Wasserlachen mit konstantem Wasserspiegel, zur Eiablage angewiesen. Während andernorts solche Pfützen leicht austrocknen, besteht hier durch den starken Quellwasserdruck ein gleich bleibender Wasserstand. Damit sind die Voraussetzungen für den Fortbestand dieser grazilen Libellenart gewährleistet. Geringste dauerhafte Änderungen der Wasserverhältnisse, sogar in Millimeterbereich, würden das Aus nicht nur für die Libelle bedeuten.

Mehr Information zur Artenvielfalt finden Sie hier.

Wodurch die Natur in unserem Gebiet besonders bedroht wird

Akut gefährdet ist dieses Naturjuwel durch die vom Landratsamt Rosenheim erteilte Genehmigung einer Grundwasserentnahme aus dem in unmittelbarer Nähe des Burger Mooses und des Hofstätter Sees gelegenem Brunnen „Buchwald I“. Hier wollen die Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG 1,6 Millionen m3 Grundwasser pro Jahr entnehmen und als Trinkwasser verwenden. Die Entnahme wird als Pumpversuch bezeichnet und ist auf drei Jahre angesetzt. Allerdings stellte schon der Verwaltungsgerichtshof in München fest, dass die geplante Entnahme und die Vorgehensweise der Behörde fragwürdig seien: Die große Menge und die dreijährige Dauer stellen eine reguläre Entnahme dar und können nicht als Pumpversuch bezeichnet werden. Vor allem aber besteht für die geplante Entnahme weder ein Bedarf noch eine sonstige Notwendigkeit. Die Planung ist rechtlich unzulässig und gefährdet nicht nur die Natur, sondern auch die Trinkwasserversorgungen der umliegenden Gemeinden, die Rechte von zahlreichen Bürgern, Anliegern und Vereinen sowie die Gesundheit und das Portemonnaie der Rosenheimer Bürger.

Mehr Information zu der Problematik der Planung finden Sie hier.

Was die SHR unternimmt

Wir arbeiten ehrenamtlich und setzen auf Erforschung und aktiven Schutz des Gebietes, auf Aufklärung der Bevölkerung und auf Verhandlung mit den Verantwortlichen. Wir haben namhafte Wissenschaftler mit der Durchführung von Untersuchungsreihen und der Erstellung von Gutachten beauftragt.

Mehr Information zu unserer Arbeit finden Sie hier.